Das Team von Sensoric Solutions feiert 5-jähriges Jubiläum

26. Oktober 2026

Fünf Jahre Sensoric Solutions

Vor fünf Jahren wurde Sensoric Solutions in Wetzlar gegründet. Heute messen Kunden weltweit mit Sensoren aus Wetzlar, in der Fahrzeugentwicklung, im Rennsport und auf der Schiene.

Die Wurzeln

Die Geschichte von Sensoric Solutions begann lange vor der Unternehmensgründung: Andreas Niessner, Matthias Meurer, Torsten Schmidt und Michael Dörr entwickeln seit vielen Jahren optische Weg- und Geschwindigkeitssensoren. Zunächst bei der Corrsys-Datron Sensorsysteme GmbH in Wetzlar, später bei Kistler. 2021 entschieden sie sich, ihre Ideen für eine neue Sensorgeneration im eigenen Unternehmen umzusetzen.

Kai Gilbert, damals CEO von imc, unterstützte das Vorhaben von Anfang an. Ihn überzeugte das optisch-inertiale Messprinzip: Es kombiniert die optische Wegmessung mit einer inertialen Messeinheit (IMU) und ermöglicht so präzise Messungen unabhängig von Satellitenempfang. Gemeinsam mit dem Finanzexperten Roland Schiff-Martini stellte Gilbert das notwendige Kapital bereit. Am 26. August 2021 wurde Sensoric Solutions gegründet.

Die ersten Sensoren

Nach rund zwei Jahren Entwicklung kam der OMS 7 auf den Markt. Der zweiachsige, optisch-inertiale Sensor erfasst Längs- und Querbewegungen des Fahrzeugs und misst neben der Fahrzeuggeschwindigkeit unter anderem Schwimm-, Nick- und Wankwinkel, Beschleunigungen und Drehraten.

Kurz darauf folgte der OMS 4 als einachsige Variante für Brems-, Beschleunigungs- und Geschwindigkeitsmessungen.

Automotive: vom Sensor zum Messsystem

2024 entschied sich Mercedes-Benz, die optische Messtechnik für Fahrdynamiktests vollständig auf Sensoren von Sensoric Solutions umzustellen. Ausschlaggebend war die rauscharme Schwimmwinkelmessung in Echtzeit. Bei aktiven Fahrwerkssystemen wie der Hinterachslenkung treten nur sehr kleine Schwimmwinkel auf. Um solche Systeme abzustimmen, müssen auch geringe Änderungen präzise messbar sein.

Mit dem Höhenmesssystem HMS und dem Radvektorsystem WVS erweiterte Sensoric Solutions das Messangebot um Fahrzeughöhe, Sturzwinkel und die dreidimensionale Radbewegung. Zusammen mit dem OMS lassen sich die Messdaten der Systeme synchronisiert erfassen. Ergänzend bietet das Unternehmen das Messrad WFT zur Messung von Radkräften an.

Auch bei den messweb masters awards wurde die Produktentwicklung gewürdigt. Die Leser von messweb wählten Sensoric Solutions dreimal in Folge zum Gewinner in der Kategorie Automotive Testing: 2024 für den OMS 7, 2025 für das HMS und 2026 für das WVS.

Rennsport: neue Einblicke beim Schwimmwinkel

Für den Rennsport entwickelte Sensoric Solutions den OMS Race, eine besonders leichte, robuste und kompakte Variante des OMS.

Zu den ersten Anwendern gehörte das Mercedes-AMG Petronas F1 Team. Die präzise Schwimmwinkelmessung lieferte den Ingenieuren zusätzliche Daten zum Reifenverhalten und zur Fahrzeugbalance. Im Oktober 2024 zertifizierte die Fédération Internationale de l’Automobile (FIA) den OMS Race für die Formel 1.

Weitere Formel-1-Teams und Rennserien folgten. Dazu gehören NASCAR, IndyCar und Formel E. In der NASCAR erfasst der Sensor Messdaten bei Beschleunigungen von bis zu 100 g. Auch in der Formula Student ist die Sensorik verbreitet: Rund 40 Teams setzen OMS-Sensoren ein.

Bahn: Bremswegmessung im Nahverkehr

Doch nicht nur auf der Straße feierte Sensoric Solutions Erfolge. Auch auf der Schiene wurde die Sensorik zunehmend gefragt. Nach den Verkehrsbetrieben Karlsruhe stellten auch die Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ) ihre regelmäßigen Bremswegmessungen an der Tramflotte vollständig auf Sensorik von Sensoric Solutions um. Dafür lieferte Sensoric Solutions acht Komplettlösungen, die auf dem OMS und dem TMX-BrakeTest-System basieren. Weitere Verkehrsbetriebe wie die SSB in Stuttgart und die BVG in Berlin folgten, ebenso Zughersteller wie Alstom. Darüber hinaus bietet Sensoric Solutions Lösungen für die Kilometrierung von Zügen und das Monitoring von Streckennetzen.

Wachstum

Gestartet ist Sensoric Solutions mit vier Mitarbeitern, heute sind es elf. Das internationale Vertriebsnetz umfasst Partner in 15 Ländern. Seit 2025 betreut eine eigene Niederlassung in Florida den nordamerikanischen Markt.

Ausblick

Sensoric Solutions führt die vier Sensorsysteme OMS, HMS, WVS und WFT künftig auch softwareseitig zusammen. Eine gemeinsame Software soll die Messdaten aller Systeme synchronisieren und die Bedienung vereinfachen. Dazu gehört auch die Integration der Daten des Messrads WFT.

„Im Rückblick war es eine perfekte Entscheidung, Sensoric Solutions zu gründen. Heute arbeiten wir weltweit mit führenden Unternehmen und Instituten aus ganz unterschiedlichen Bereichen zusammen – von der Fahrzeugentwicklung und dem Rennsport bis zum Schienenverkehr. Das erfüllt das ganze Team mit Stolz und Freude. Es gibt uns jeden Tag ein gutes Gefühl, Produkte zu entwickeln, die wirklich gebraucht werden, und gemeinsam mit unseren Kunden an ihren Lösungen zu arbeiten. Ich freue mich auf die nächsten Jahre mit unserem tollen Team.“

Kai Gilbert
CEO von Sensoric Solutions